Fürst Alexander Maria Emil SULKOWSKI, Oberleutnant - Rittmeister, (Marburg, 19 07 1888 - 04 09 1970), war zu Beginn des Krieges Zugs-Kommandant der 3. Eskadron. Er entstammt einem berühmten und ehemals vermögenden polnischen Adelsgeschlecht.

 

Foto 1: ID per Indizien (hochwahrscheinlich), Ausschnitt Leutnants-Gruppenbild, um 1912,

Nachlass Otto URBAN

 

Sein Vater Stanislaw SULKOWSKI (Rorschach, Schweiz, 05 06 1862 - 18 01 1940, Tresternitz), ehemals gedient im HR 6, und seine Mutter Paula MARENZI, Freiherrin von MAHRENSFELD und SCHÖNECK (Marburg 07 05 1863 - 19 05 1928 Tresternitz/Vestrnica-Maribor) präsentierten die „steirische“ Linie. Alexanders Stiefmutter wurde Sophie STOLLWERCK (Köln, 29 06 1870 - April 1952, Loope bei Köln), geschiedene BOLLIG, welche die Tochter des bekannten rheinischen Großindustriellen Heinrich STOLLWERCK (Süßigkeiten etc.) und seiner Frau Apollonia, geb. KRUSIUS war.

 

Alexander M. Emil heiratete am 20 09 1913 im Schloss Dornhofen bei Eggersdorf, Steiermark, Margarita LAPP (Graz, 20 04 1888 - 10 09 1964), sie lebten nach dem Krieg in Graz, die Ehe blieb kinderlos.

Brüder: Ludwik Maria, Stanislaus Maria und Antoni Maria Paweł.

 

Foto 2:  Alexander Emil,  Ausschnitt aus Familien-Gruppenbild, Zwischenkriegszeit, identifiziert.

Erhalten vom Kurator des Museums Schloss Bielsko, Polen.

Foto 3: ID per Indizien, Ausschnitt aus Offiziersgruppenbild Sommer 1914, Nachlass Otto URBAN

 

 

Im Buch wird Alexander M. Emil 28x erwähnt, hier einige wesentliche Auszüge:

 

9. September 1914:

Von der 3. Esk. war Oblt. Fürst SULKOWSKI durch eine Schrapnellkugel am Kopfe leicht verwundet worden“.

 

Kurze Zeit später: „Oblt. Fürst SULKOWSKI war mit einer Patrouille gegen Sanok geritten und hatte die Verbindung mit der 17. ITD (2. Armee) hergestellt. Die eingelaufenen Meldungen stellten fest, daß feindliche Kavallerie­ Abteilungen mit Artillerie am Abend die Gegend von Domaradz und Brzozow erreicht hatten“.

 

Dezember 1914:

Oblt. Fürst SULKOWSKI wurde zum Korpskommando berufen, um einen Maschinengewehrzug für das Regiment aufzustellen. - Am 27. Dezember rückte Oblt. SULKOWSKI vom Korpskommando wieder ein, nachdem sich die geplante Aufstellung einer Kavallerie-Maschinengewehrabteilung als undurchführbar erwiesen hatte“.

 

26. Jänner 1915:

Zugskommandanten waren: 1. Kad. HEDENIG, 2. Oblt. PENKA, 3. Oblt. Fürst SULKOWSKI, 4. Oblt. Dr. KLOUCEK“.

 

7. August 1915:

In der neuen Stellung war der Kavallerie-Division der tief liegende und vom Feinde völlig eingesehene Abschnitt bei Jamnica (nördlich Stanislau) zugewiesen. Die Fußeskadron DR 5 stand am Nordostrand dieses Ortes. Die Russen hatten sich auf den Höhen östlich davon festgesetzt. Oblt. KLOUCEK, der den durch die Anstrengungen der letzten Tage gänzlich erschöpften SULKOWSKI im Eskadronskommando ersetzt hatte, wurde am 12. durch eine Schrapnellfüllkugel verletzt, so daß SULKOWSKI wieder einspringen mußte“.

 

1. Februar 1917:

wurde Oblt. SULKOWSKI zum Rittmeister befördert.

 

Militärverdienstkreuz III. Klasse

Silberne Militärverdienstmedaille zum zweiten Mal

 

Gallerie unten:

1 + 2: Artikel Grazer Volksblatt, 22 09 1913, Hochzeit Alexander und Margarethe E. LAPP.

3. : Artikel Marburger Zeitung, 24 08 1918, k.u.k. Kriegerverein des Vaters Stanislaus.

 

 

Bild 4: Alexander Ludwig und Roman, abgedruckt im polnischen Magazin Światowid” in 1935- 32.

 

 

Die Familiengeschichte der SULKOWSKIs ist voll mit Dramatik (siehe auch: Tagblatt.ch). Zu erwähnen sind  Alexander  M. Emils Cousins, weil sie auch als Offiziere dienten:

 

Fürst Alexander Maria Ludwig Karl SULKOWSKI (15 02 1893, Schloß Ebenfurth, - 27 03 1956, Leoben) und sein jüngerer Bruder Roman. Alexander war im WK I Fähnrich - Leutnant im UR 4, danach in der polnischen Armee Oberleutnant - Major im 2. Chevaulegers Regiment in Biała-Bielsko. Roman war Pilot in der polnischen Armee nach 1918 und beide kämpften im polnischen Unabhängigkeitskrieg gegen Russland (1920).

 

Sie waren Erben der umfangreichen polnischen Besitzungen, welche in tragischer Weise im WK II gänzlich verloren gingen. Das ist eine umfangreiche Geschichte, die extra erzählt werden müsste.

 

Alexander Maria Karl Ludwig heiratete am 24 06 1919 Feodora Gräfin HARDEGG zu GLATZ (Herrschaft im Weinviertel, NÖ), (Debreczen, 28 11 1899 – 1979, Wien); sie ließen sich aber 1935 scheiden. Danach heiratete A. Ludwig in Leoben am 23 03 1936 Anna MALLINGER (Leoben, 27 05 1899 - 20 10 1969, Leoben), die Tochter der ehemals in Leoben ortsbekannten Industriellen-Familie („Mallinger- Mühle“). Hier gibt es offenbar wieder ein Bezug zum DR 5, da sie vermutlich die Schwester des Kadetten Matthäus Josef MALLINGER gewesen ist, der am 1. April 1916 als Kadett zum DR 5 kam.

 

Auch Godwin BRUMOWSKI (österr. Piloten-Ass WK I) war ein eingeheiratetes Familienmitglied der SULKOWSKIs und Bertha von SUTTNER war Alexander Ludwigs Tante.