KRANZ Moritz (Laibach, 1861  bis 20-09-1932, Graz, - er verstarb also vor der Zeit der Erstellung der Regimentsgeschichte).

 

Obstlt - GM, Kdt DR 5 ab Juli 1913, 1914 Oberst, 20-11-1917 Generalmajor, Nachfolger von Otto BERNDT (18-06-1913).

 

Foto 1: Ausschnitt aus Offiziersgruppenbild (verm. Kommando-Übergabe von BERNDT an KRANZ, 1913), Nachlass Otto URBAN.

 

An Anfang der Forschung fanden sich keine Identifizierung und keine Lebensdaten, obwohl er sogar Generalmajor wurde. Durch ziemlich klare Indizien gilt sein Aussehen als gesichert. Zurzeit lässt sich nur seine militärische Karriere während des Krieges nachvollziehen und dass er danach bis zu seinem Tode im Veteranenverband aktiv war.

 

Moritz KRANZ entstammte einer Industriellenfamilie und war Miteigentümer der Papierfabrik AG Brüder KRANZ, Graz Andritz, welcher sein Bruder Ludwig führte. 1939 erwarb die Familie CZERWENY den Großteil der  Aktien der Papierfabrik.

 

Ehegattin: Melanie, geb. ALBRECHT (Graz, Vater Karl Gustav, Kaufmann).

Sohn: Wilhelm

 

Moritz war vormals als Major im DR 15 (1910), Beförderung zum Obstlt  am 31-10-1911 bevor er zum DR 5 kam.

 

Interessant ist, dass zu Kriegsbeginn das DR 5 von Anbeginn eine sogenannte „Kombinierte“ Division (neben den zwei üblichen Kavallerie-Divisionen = Halbregimentern) hatte. Ansonsten hatte ein Kav-Regiment üblicherweise 6 Eskadronen mit je 3 Eskadronen in einer Division. Diese neue Gliederung wurde vor Kriegsbeginn angesichts der geplanten Grundaufgabe als Divisionskavallerie für das III. Korps (je zwei Eskadronen zu jeder der drei Infanterie Truppen Divisionen) befohlen. Bislang wurde keine Aussage in Dokumenten der Offiziere gefunden, die darüber eine Überraschung ausdrückt, womit eine solche Gliederung 1914 schon als „taktisch üblich“ anzusehen war. Damit gab es beim DR 5 mit den 3 Divisionen sozusagen 3 "Halb-Regimenter" mit je 2 Eskadronen. Die kombinierte Division hatte außer dem Reg.- Stab und der 2. und 4. Eskadron noch einen Pionierzug und später den Telephonzug bzw. auch einen Anteil unberittene Fußsoldaten.  Zuzüglich gab es noch eine Reserveeskadron (wobei sie nicht als Reserve im klassischen taktischen Sinn zu tragen kam und damit nur diese Bezeichnung trug) sowie eine Ersatzeskadron in MARBURG, eine Art Ergänzungs- und Ausbildungseinheit, welche 1914 die Reserveeskadron sowie je einen Stabs-Zug aufstellte (verm. vor allem durch Reservisten) und welche dann im Laufe des Krieges Ausfälle bei den Eskadronen ergänzte. In den ersten Kriegsmonaten wurden diese ausgebildeten Ersatz-Soldaten als Marsch-Eskadronen ins Feld geschickt und kamen sogar als geschlossene Einheit in den Kampf (da eine Aufteilung der Soldaten im Kriegsgeschehen nicht möglich war). Auch eine Maschinengewehrabteilung gehörte zum DR 5, sie war aber von Anbeginn abgetrennt und zur 2. KTD zugeteilt.

 

Oberst Moritz KRANZ führte 1914 infolge des Ausfalls des Obstlt v. RUIZ (Nervenzusammenbruch) auch diese besagte "Kombinierte Division" unmittelbar.

 

Am 10. Juli (1915) wurde Obst KRANZ vorübergehend der 6. KTD zugeteilt.

 

Sommer 1915: Regimentskommando Opcina, Obst KRANZ Kommando über den Abschnitt von S. Croce bis Jesero (südöstlich Triest). An Truppen unterstanden ihm außer dem eigenen Regiment samt der Marscheskadron des Rittm. Gf. BISSINGEN verschiedene Kavallerie-, Küsten- und Eisenbahnschutz­ sowie Finanzwachabteilungen und 1 1/2 Batterien.

 

Oktober 1915: Die I. Division wurde der 14. Kavalleriebrigade (DR 11, HR 11 und eine reitende Batterie) unterstellt, deren Kommando Obst. KRANZ i. V. zu führen hatte. Bewachung des Dnjestrs von der Strypa-Mündung abwärts bis Potoczyska. Nördlich anschließend, jenseits des Dnjestrs, an der untern Strypa, stand die 15. ITD, rechts die 30. ITD vor dem rechten Flügel, der 6. KTD bei Uscieczko.

 

Anfang November 1915: Obst. KRANZ übergab  das Brigadekommando dem Obst. v. PONGRACZ (HR 1) und führte dann durch einige Zeit in Vertretung das Kommando der 5. Brig. der 6. KTD.

 

Jänner 1916: Obst. KRANZ, der wieder vertretungsweise die 14. KBrig kommandiert hatte, wurde als Stationskommandant nach Horodenka berufen, wohin auch der Regimentsstab abging. Bald darauf erhielt er das Kommando einer neu zusammengestellten Brigade in der Bukowina und wurde mit dem Militärverdienstkreuz III. Klasse ausgezeichnet. Sein Generalstabsoffizier wurde Rittm. LANG (Lebenslauf dzt. noch weitgehend unbekannt), der zuvor Eskadrons-Kommandant war und welcher offenbar im Bundesheer der 1. Republik sogar Generalmajor wurde.

 

Offenbar wurde danach bis Oktober das Regiment nicht mehr zentral geführt (die Divisionskommandanten waren selbständig). Die kombinierte Division führte Mjr. GÖTZ.

 

Ende Oktober 1916 wurde Obst. KRANZ zum Brigadier ernannt und Obstlt. Johann SPONNER von Ostrowy (vom DR 3) an die Spitze des Regiments gestellt.

 

Seine Verwendung als Brigadier ist derzeit unerforscht, jedenfalls wurde er am 13-01-1918 der Kommandant der 88. Schützen-Brigade.

 

Im Buch wird er 42x genannt.

 

Vor dem Abmarsch aus der Kaserne hält Obst KRANZ eine zündende Ansprache, die höchste Begeisterung auslöst“ (August 1914, GÖRZ).

Bei der 4. Schwadron (1917) war ein Einjährig-Freiwilliger, welcher vielleicht der Sohn (Wilhelm ?) von Moritz KRANZ war.

 

Verwundet 1918

Ritterkreuz des Leopoldordens (August 1917)

Orden der Eisernen Krone III. Klasse

Militärverdienstkreuz III. Klasse

 

Galerie unten:

1. KRANZ bei einer Fuchsjagd, verm. vor 1914, gemeinsam mit Major SALM, Quelle: SI_PAM, Nachlass Otto GARIBOLDI.

2. vergrößerter Ausschnitt Bild 1.

3. KRANZ als Rgt-Kommandant (Mitte) mit ObLt TAX-SZILVAY (links) und verm. Oblt VALLNER (rechts), 1. Eskadron, verm. Frühjahr 1915, Nachlass TAX-SZILVAY.

4. Als Rgt-Kommandant zu Besuch der 5. Eskadron,  Luh, 18-05-1915, Nachlass Otto URBAN.

5. Undatierbar, Nachlass TAX-SZILVAY.

6. "Das Vaterland", 26. Mai 1910, Artikel über einen Sturz vom Pferd.

7. "Neues Wiener Journal", 20. September 1932, Nachruf für Moritz KRANZ.

8. "Neues Wiener Journal", 30. April 1929, Heirat von Sohn Wilhelm mit Helga LUSCHIN-EBENGREUTH.