Karl PIPPAL, Rittm. – Obstlt (29 x im Buch erwähnt), seine Lebensdaten sind derzeit noch unbekannt. Das hier abgebildetes Image wäre aufgrund von Indizien als hochwahrscheinlich anzunehmen.

 

Bild 1: Karl als Adjutant zu Besuch bei der 5. Eskadron, August/September 1914 südöstlich Lemberg, möglicherweise korrespondierend mit den unten stehenden Schilderungen vom 31. August 1914 (Foto: Nachlass Otto URBAN, zu sehen im Hintergrund).

 

Karl war für lange Zeit der Adjutant des Regimentes und somit für die Personal-Aufzeichnungen und Kriegstagebücher zuständig. Er leistete einen erheblichen Beitrag zur Aufarbeitung und Dokumentation der Geschehnisse, insbesondere das erste Kriegsjahr betreffend.

 

Ebenso war er Kommandant der 2. Eskadron und selbst als Adjutant bei vielen Gefechten dabei. Nach dem Krieg war Obstlt i. R. PIPPAL aktiv im Verein der ehemaligen Offiziere des DR 5; er verbrachte seinen Ruhestand in Velden am Wörthersee in der „Villa Olga“. Er war verheiratet mit Elvira Josepha von ATTEMS-PETZENSTEIN, (verm.) Witwe des Sigismund Graf von A.-P., geborene MIKULUS ( 03 -07-1882, Görz bis 24-11-1941, Görz).

 

25. August 1914: „Kaum sind wir aus dem Orte hinaus, erhält der Anfang der Kolonne plötzlich Feuer. Hiedurch erschreckt, gehen viele Pferde, kurzkehrt machend, durch. Mein ,Halt!' Schreien fruchtet nichts, ich werde überritten. Die scheugewordenen Tiere zersprengen die hinter uns folgende MGA in alle Winde. Gleichzeitig fallen auch von rückwärts, vermutlich von russischen Parteigängern, Schüsse aus den Häusern, wodurch die Panik noch vermehrt wird. Es entsteht in der Finsternis ein heilloses Durcheinander, und da sich dies alles in einem tiefen Hohlweg abspielt, gibt es viele gestürzte Pferde und Leute, die sich im Knäuel wälzen. Mir und meinen Leuten gelingt es, eine Anzahl herrenloser Pferde einzufangen, doch erst nach geraumer Zeit, als endlich die Schießerei aufhört, kann mit vieler Mühe die Ordnung wieder hergestellt werden. Ich habe etwa ein Dutzend lediger Pferde bei mir; nach und nach finden sich ihre Reiter wieder ein, kehren auch jene zurück, deren Pferde durchgegangen waren. Erst gegen Tagesanbruch konnte der Marsch fortgesetzt werden."

 

27. August 1914: Der Regimentsadjutant Rittm. PIPPAL berichtete, daß in der allgemeinen Verwirrung eigene Truppen sich gegenseitig angeschossen haben. DR 5 hatte wohl keine Menschenverluste zu beklagen, doch verlor PIPPAL eines seiner eigenen Pferde und mit diesem auch das von ihm geführte Tagebuch des Regimentskommandos. Rittm. PIPPAL schrieb dazu: „Die beim Rückzug von der Zlota Lipa den Nachhutdienst versehenden 1 1/2 Eskadronen (halbe 2. und 4.) unter Obst. KRANZ wurden gegen 2 Uhr nachts zwischen Wisniowczyk und Lipowce von russischen Reitern zuerst beschossen und dann attackiert. Allgemeine Verwirrung in der Dunkelheit, wobei die Mannschaft eigener Trains in die Eskadron feuert, Verluste 2 Tote, Oblt. IN DER MAUR und 4 Dragoner verwundet; 8 Pferde. Der Train der Kavallerie wird in der allgemeinen Panik mitgerissen und samt dem Oblt.-Rechnungsführer NEUMANN und dem Prov.-Offizier EFFENBERGER am nächsten Tage vermißt. Nach Abklingen dieses Rummels trachtet Obst. KRANZ mit seinen Dragonern den Anschluß an das Trupp.-Div.-Kmdo zu gewinnen. Dies gelangt jedoch nicht zur Durchführung, da Lipowce, wie es heißt, bereits vom Feinde genommen sei. Nach Aussage von flüchtenden Soldaten soll sich dort das Kommando samt allen Truppen dem Feinde ergeben haben. Überall erblickt man Soldaten, die weiße Fahnen schwenken. Obst. KRANZ führt unbeirrt durch all das seine Reiter in vollster Ruhe auf Umwegen durch die Wälder gegen Przemyslany. Bei Annäherung an diesen Ort erhält er von einem Offizier die Hiobspost, daß auch Przemyslany bereits in Feindeshand sei. Nun gilt es, die Dragoner-Division vor schimpflicher Gefangennahme zu bewahren. Der vorbildliche Oberst, den seine Kaltblütigkeit nicht einen Augenblick verläßt, führt nun seine Eskadronen in einem langen und beschwerlichen Ritt über Unterwalden nach Slowita, wo er die Abteilung in bester Verfassung dem Korpskommando zur Verfügung stellt. Sie wird bis auf weiteres der 6. ITD zugewiesen.

 

31. August 1914; Rgts-Adjutant Rittm. PIPPAL: „Bei jeder Eskadron gibt es etwa 25 starke Satteldrücke. Mann und Pferd erhielten heute wieder die gebührende Verpflegung. In den letzten Tagen war die Truppe aufs äußerste in Anspruch genommen. Trotzdem zeigte sich bei der braven Mannschaft niemals auch nur die geringste Verdrossenheit, obwohl sie sich dauernd im engen Kontakt mit der Infanterie befunden hatte, aus deren Reihen schon vielfach mißmutige und verbitterte Stimmung laut geworden war. In Staresiolo, nach der Sättigung, konnte man sogar die Dragoner in Gruppen singen hören. Das Aussehen der Pferde ist trotz der großen Strapazen verhältnismäßig gut, wozu wohl auch das überall reichlich vorhandene Futter viel beiträgt."

 

10. September 1914, über die Vorgänge bei der Kombinierten Division Rittm PIPPAL: „Die 22. LITD befand sich am frühen Morgen in ihren gestrigen Stellungen östlich Kiernica; die Eskadronen standen bei Peterswalde. Da der Gegner in der Nacht seine Stellungen geräumt hatte, begann um 9 Uhr 40 vormittags die allgemeine Vorrückung über Höhe Stawczany und Ferdynadowka. Es entspann sich ein überaus lebhafter Geschützkampf, der bis in die Nacht hinein währte. Die Infanterie stieß auf gut verschanzten Gegner und hatte schwer zu kämpfen. Unsre Kombinierte Division blieb in Bereitschaft bei Peterswalde, mußte aber ihren Aufstellungsplatzwegen des russischen Schrapnellfeuers mehrmals wechseln. Zahlreiche Patrouillen waren im Aufklärungsdienst in Verwendung. Um 7 Uhr abends bezogen wir Nachtlager beim M. H. Peterswalde."

 

11. September 1914: „Während der beiden letzten Tage hat die eigene, durch zwei Haubitzbatterien verstärkte Artillerie sehr viel geschossen und sehr gut gewirkt. Man merkt dies an dem Nachlassen des feindlichen Artilleriefeuers. Trotzdem kommt die eigene 22. LITD, beeinflußt durch die Lage der Nachbardivisionen (6. und 16.) nicht vorwärts. Durch das russische Geschützfeuer hatten die Eskadronen der Kombinierten Division an Verlusten einen Mann tot, einen verwundet und ein Pferd verloren. Der Gefechtsstand der Unterabteilungen beträgt jetzt: 2. Esk. 103, 4. Esk. 75, Pionierzug 20, Telephonpatrouille 6 Reiter. Genächtigt wurde wieder im M. H. Peterswalde."

 

Am 26. Jänner 1915 erhielt Rittm. PIPPAL die Militärverdienstmedaille. Am 29. April 1915 übernahm der bisherige Regimentsadjutant Rittm. Karl PIPPAL das Kommando der 2. Eskadron.

 

31. August 1916: „Dem Mjr. GÖTZ unterstanden zurzeit außer der 2. und 4. Eskadron DR 5 zwei Eskadronen HR 16. Rittm. PIPPAL befehligte vertretungsweise unsere beiden Eskadronen; ihn vertrat bei der 2. Oblt. Friedrich Gf. HOYOS. Die beiden Dragoner- Eskadronen standen in einem Stellungsabschnitt auf dem bewaldeten Höhenzug knapp südöstlich Delejow, zwischen ihnen ein zugeteilter Maschinengewehrzug des HR 15, in den nahe hinter der Front der Dragoner gelegenen Stützpunkten die beiden Husaren-Eskadronen. Nördlich im Anschluß an die Dragoner stand das IR 66, südlich das HR 16, weiterhin das HR 6. Der zugewiesene Abschnitt hatte eine solche Ausdehnung, daß er mit den verfügbaren 105 Karabinern der Dragoner nur sehr schütter besetzt werden konnte“.

 

Bild 2 Karl als Kommandant der 2. Schwadron, links im Foto, Frühjahr 1917 östlich Wysocko, bei der 4. Kav Div, Franz TAX sitzt zu seiner Linken in der Mitte im Hintergrund, mit (vermutlich) KRISPER und KRAUTSTOFL (Foto: Nachlass TAX-SZILVAY).

 

 

 

 

31. August 1916: „Dem Mjr. GÖTZ unterstanden zurzeit außer der 2. und 4. Eskadron DR 5 zwei Eskadronen HR 16. Rittm. PIPPAL befehligte vertretungsweise unsere beiden Eskadronen; ihn vertrat bei der 2. Oblt. Friedrich Gf. HOYOS. Die beiden Dragoner- Eskadronen standen in einem Stellungsabschnitt auf dem bewaldeten Höhenzug knapp südöstlich Delejow, zwischen ihnen ein zugeteilter Maschinen-gewehrzug des HR 15, in den nahe hinter der Front der Dragoner gelegenen Stützpunkten die beiden Husaren-Eskadronen. Nördlich im Anschluß an die Dragoner stand das IR 66, südlich das HR 16, weiterhin das HR 6. Der zugewiesene Abschnitt hatte eine solche Ausdehnung, daß er mit den verfügbaren 105 Karabinern der Dragoner nur sehr schütter besetzt werden konnte“.

 

Februar 1917: Schwadronskommandanten waren 1. GARIBOLDI, 2. PIPPAL, 3. CORNIDES, 4. BREGANT.

 

2. Schwadron: Rittm. PIPPAL, Oblt. TAX, Lt. KRISPER, Lt. KRAUTSTOFL, Einj.-Freiw. v. SPONNER.

 

Im August 1917 wurde Rittm. PIPPAL zur Ersatzschwadron (Marburg) versetzt. Am 12. Mai 1918 rückte Rittm. PIPPAL von der Ersatzschwadron ein und übernahm wieder seine 2. Schwadron. Anfang Juli 1918 wurde PIPPAL mit der Führung des 1. Halbregiments betraut. Mitte Juni 1918 in Jusowo: I. Halbregimentskommando (Rittm. PIPPAL), 2. Schwadron (Oblt. KRISPER), 1. MG. - Schwadron (Oblt. WIMMERSPERG).

 

23. Juli 1918: „In Mariupol (am Asowschen Meer), dem Sitz des Korpskommandos, hatten die Bolschewiken am 23. ganz überraschend einen Überfall auf unsere Truppen unternommen und diesen erhebliche Verluste beigebracht. Das Korpskommando zog infolgedessen Verstärkungen nach Mariupol, darunter auch vom Regiment die 2., 5. Schwadron und die halbe 1. MG-Schwadron unter Rittm. PIPPAL, die am 24. mit Bahn dorthin befördert wurden“.

 

Militärverdienstkreuz III. Klasse

Silberne Militärverdienstmedaille