Emmerich GÖTZ Rittm - Oberst (13./10. 1866 - 10./4. 1940, Grab Friedhof St. Leonhard, Graz) war der Kommandant der 4. Eskadron und später der Kdt der Kombinierten Division.

 

Bild: Album Curt Krieghammer, Marburg 1912, Concourse der II. Division DR 5

 

Vater:  Thomas Götz (1816 bis 24./3.-1895) war zuerst Braumeister in Wien-Liesing und stammte ursprünglich aus Langen-Enslingen bei Sigmaringen. Er übernahm 1860 die kleine Brauerei "Tappelner" in Marburg und baute sie zur größten Brauerei der Untersteiermark aus. Er war auch der Erbauer der prunkvollen "Götzschen Festsäle" im Brauhaus Marburg/ Maribor, Tegetthoffstraße 3.

Vater Thomas dürfte zweimal verheiratet gewesen sein. Die Mutter Emmerichs ist dzt. unklar.

3 Brüder:

Moritz von GÖTZ (gestorben: 06./5. 1928), Generalmajor i. R  (1917: Oberst), war Kavallerie-Offizier im Landwehr-Ulanenregiment (LUR) 6, dann LUR 5, danach dort als Major Offizierskurs-Kdt. Im November 1907 wurde er der Ordonnanzoffizier von ErzHzg Friedrich und danach Kdt des LUR 3 (Reitendes Schützenregiment). Moritz wurde im September 1917 in den Adelsstand erhoben.

Anton (16-01-1859 bis 28-10-1912) übernahm nach dem Tode des Vatersin Marburg und hatte eine große soziale und gesellschaftliche Rolle in der Stadt.

Robert war Brauereibesitzer in Krems.

4 Schwestern:

Luise (König) Apothekerswitwe (1912), Amalie (Balzer-Raday), Notariatswitwe (1912), Caroline (Hartmann) und Katharine (Hermann).

Ehegattin: Sabine (geb. Leonhard, 23./3. 1871 - 19./1. 1940)

Sohn: Leutnant (-Rittm.)  Max GÖTZ, DR 5 (2./1. 1895 - 19./3. 1969).

Tochter: Gertrude, ehelichte am 30./12. 1923 Max Arbesser, Sohn des Linienschiffskapitän Cäsar Arbesser-Rastburg, und von Maria, Baronin von Königsbrunn.

 

Emmerich diente offenbar (Zeitungsartikel) zuerst als Leutnant im UR 2, dann als Oblt im UR 12, im Mai 1904 kam er zum DR 4 und war Rittmeister der 2. Klasse, im Mai 1912 wurde er als Rittm 1. Klasse vom DR 4 zum DR 5 versetzt. Im Februar 1915 wurde Emmerich zum Major befördert.

 

Gleich zu Beginn des Krieges, am 27. August, gab es eine nächtliche Panik, bei der Emmerich und weitere Reiter vorerst vermisst gegangen sind.

Einige Tage später wurde GÖTZ und BREGANT Zeuge der ersten verlorenen Gefechte gegen die Russen nordöstlich von Przemyślany, Galizien: „Als am Vormittag feindliche Artillerie den Gefechtsstandpunkt des Divisionskommandos nördlich Kimirz beschoß, wurden die Eskadronen zum J. H. (Jagdhaus) nördlich Kopan verschoben. Aber auch dort litten die Abteilungen unter dem russischen Artilleriefeuer; 6 Pferde wurden getötet. Um 3 Uhr nachmittags erhielt Rittm. GÖTZ vom Divisionär den Auftrag, mit der 1. und halben 2. Esk. der hart bedrängten Infanterie bei Krosinko zu Hilfe zu eilen.

 

(Erzählung BREGANT): >Als wir uns dem östlichen Waldrand näherten, schlugen schon russische Artilleriegeschosse in unsere Nähe ein und auch Infanteriefeuer prasselt mächtig in die Bäume. Wir saßen ab, und ich ging mit Rittm. GÖTZ vor, bis wir den Ort Krosinko und das Tal übersehen konnten. Es bot sich uns ein erschütternder Anblick: Vor uns auf der ganzen Front, soweit das Auge reichte, zurückgehende eigene Truppen, verfolgt von heftigem feindlichem Geschützfeuer. Diese augenscheinlich ganz hoffnungslose Lage mit unseren 150 Reitern zu wenden, erschien ein Ding der Unmöglichkeit; nur starke Artillerie hätte hier Erleichterung bringen können. Alsbald eröffneten russische Maschinengewehre ihr Feuer auf die im Orte zusammengedrängten Trains, deren größter Teil später dem Feinde in die Hände fiel. Wir ritten gegen Romanow vor und in diesem Dorfe stauten sich Massen flüchtender Truppen und Fuhrwerke des III. und XII. Korps, viele Leute ohne Gewehre. Zurzeit hier durchzukommen war unmöglich. Wir bezogen daher eine Nachhutstellung, um das Abfließen jener abzuwarten. Gegen 9 Uhr abends, als der Weg doch frei geworden, ritten wir durch Romanow weiter, und da das Divisionskommando nirgends zu finden war, bis Dzwinogrod, wo wir um Mitternacht eintrafen und nächtigten. <"

 

Bei der oben geschilderten Trainpanik kam Rittm. GÖTZ, Kommandant der 4. Esk., auf seltsame Weise um ein wertvolles eigenes Pferd, das sich zurzeit beim Train befand. In dem Trubel zwang ein Infanterieleutnant vom XII. Korps mit vorgehaltener Pistole den Pferdewärter zum Absitzen, schwang sich selbst auf das Pferd und galoppierte davon. GÖTZ sah sein Pferd nie wieder.

 

Bei der Schlacht von Grodek war die 4. Eskadron der 22. LITD unterstellt. Rittm. GÖTZ hatte die Verbindung zu der südlichen Nachbardivision (16. des XII. Korps) herzustellen, während die 2. Eskadron (Rittm. BERNHART) den Kolonnendienst besorgte.

 

Am 23. September 1914 erreichte die 22. LITD die Gegend von Izdebki. Oberst KRANZ, an fieberhaftem Rheumatismus schwer erkrankt, mußte an diesem Tage in das Feldspital nach Krosno abgehen. An seiner Stelle übernahm Rittm. GÖTZ das Kommando der Kombinierten Division, Rittm. BREGANT jenes der 4. Eskadron. Infolge erfüllte die Kombinierte Division selbständige Aufklärungsaufträge zur Feststellung der nachstoßenden russischen Kräfte. Später war sie wieder Divisionskavallerie für die 22. LITD.

Mitte März 1915 erhielt Mjr. GÖTZ das Militärverdienstkreuz 3. Klasse.

 

Um diese Zeit kam Sohn  Lt Max GÖTZ zur 5. Eskadron unter Rittm Herward Graf AUERSPERG. Ende Juli 1915 wurde Lt Max GÖTZ bereits mit der Bronzenen Militärverdienstmedaille ausgezeichnet.

 

Die Kombinierte Division, Mjr GÖTZ, nach dem Osten befördert, kam ab 14. Mai 1915 in Delatyn und Worochta, Region Iwano-Frankiwsk, Ukraine zum Einsatz. Am 28. Oktober 1915 hatte die Kombinierte Division ein deutsches Bataillon in der Dauerstellung zwischen Burkanow und Hajvoronka abzulösen. Dem Mjr GÖTZ waren außerdem ein Schützenbataillon und zwei fremde, zusammengewürfelte Eskadronen unterstellt. Die Pferde blieben in Michlowka. In dieser Verwendung verbrachte die Kombinierte Division den Winter.

 

Sohn Lt GÖTZ wurde am 1. Februar 1916 zum Oberleutnant befördert. Mitte des Monats April wurde ObLt GÖTZ zum Regimentskommando DR 5 in die Bukowina versetzt und wurde in Folge Rgts-Adjutant.

 

Am 19. April 1916 wurde die Division SALM zur 55. ITD in Justynowka und die Kombinierte Division Mjr. GÖTZ zur 54. ITD in Michalowka an die Strypa-Front zum Korps FML. Peter HOFMANN berufen.

 

Am 9. Juli 1916 wurde die II. Division (SALM) nach Leczowka (nordöstlich Podhajce) verlegt, die Kombinierte Division (GÖTZ) am nächsten Tage zum XIII. Korps nach Petrlow (nordwestlich Nizniow am Dnjestr) der 2. KTD (GM. Freih. v. ABELE) zugeteilt. In diesem Verbande hatte die Division GÖTZ verlustreiche Kämpfe mitgemacht, so daß sie nun nach ihrer Rückkehr infolge der vielen Handpferde zunächst nicht verwendungsfähig war. Die 2. Eskadron zählte 64, die 4. nur 24 Reiter.

 

Insbesonders in den Gefechten am 12., 27. und 31. August bei Delejow (nördlich Maryampol) hatten die Fünferdragoner stark gelitten. Über die Erlebnisse der Division GÖTZ in diesem Zeitraum liegen leider nur zwei Berichte, die letztgenannten Kämpfe betreffend, vor [Lt. Gf. PACE (4. Esk.) und Rittm. PIPPAL (2. Esk.)]: „Am 27. stand die Division GÖTZ nebst einer Eskadron HR 16 als Brigadereserve beim Schulgebäude von Delejow, etwa 400 Schritt hinter dem linken Flügel der Kavalleriedivision. Um Mittag setzte heftiges Artilleriefeuer des Feindes ein. Als am Nachmittag feindlicher Einbruch bei der nördlich anschließenden Infanterie gemeldet wurde, erhielt die Brigadereserve Befehl zum Gegenangriff. Bei der Vorrückung durch den dichten Wald ging der Zusammenhang verloren. Die den linken Flügel bildende 4. Eskadron (Rittm. MESSERSCHMIDT) sah sich alsbald allein. Am Waldrand angelangt, trat sie ins Gefecht gegen die schon ganz nahen herangekommenen Russen. Fähnr. Joh. ANDRZEJOWSKI mit einer Patrouille zur Verbindung mit der 2. Eskadron und Sicherung der rechten Flanke ausgeschickt, warf im Handgemenge eine russische Patrouille zurück und fand statt des gesuchten Anschlusses die Russen in bedrohlichem Vorgehen in diesem Raume. Auf seine Meldung konnte sich die Eskadron noch rechtzeitig der Umfassung entziehen. Die einbrechende Nacht erleichterte die Loslösung. Die Verluste betrugen 12 Mann, darunter Wchtm. PAHOR. “

 

Der 31. August brachte wieder blutige Kämpfe. Dem Mjr. GÖTZ unterstanden außer der 2. und 4. Eskadron DR 5 zwei Eskadronen HR 16. Die beiden Dragoner- Eskadronen standen in einem Stellungsabschnitt auf dem bewaldeten Höhenzug knapp südöstlich Delejow, zwischen ihnen ein zugeteilter Maschinengewehrzug des HR 15, in den nahe hinter der Front der Dragoner gelegenen Stützpunkten die beiden Husaren-Eskadronen. Nördlich im Anschluss an die Dragoner stand das IR 66, südlich das HR 16, weiterhin das HR 6. Der zugewiesene Abschnitt hatte eine solche Ausdehnung, daß er mit den verfügbaren 105 Karabinern der Dragoner nur sehr schütter besetzt werden konnte.

 

Ende Oktober 1916 setzte sich die Schützendivision unter Obstlt. GÖTZ aus vier Schützenschwadronen (zwei von D 5, zwei von D 15), einer Maschinengewehr-Schwadron und einer Infanterie-Geschützabteilung (von D 15) zusammen.

 

Ab 1. April 1917 bestand die II. Division Obstlt GÖTZ aus der 5., 6., 7. und 8. Schwadron. Im Mai 1917 ging Obstlt GÖTZ nach Marburg ab und kam am 12. September wieder zurück und wurde auf drei Monate der deutschen 6. ID (bei Tarnopol) zugeteilt.

 

Vom August 1918 führte Obstlt GÖTZ die Ersatzschwadron in Marburg bis zum Umsturz. Er hatte auch danach die Leitung des "liquidierenden" Ersatzkaders DR 5 in Graz (Nachkriegs-Personalevidenz), dem Rittm v. Gariboldi als Adjutant beigegeben war. Leider wurden noch keine Unterlagen dieser Personalevidenz gefunden. 

Emmerich dürfte wohl aufgrund der Besitzungen der Familie vorerst noch auch in Marburg tätig gewesen sein, ist aber dann offenbar bald nach Graz umgesiedelt. 

Auffällig ist, dass Emmerich und Sohn Max Götz keine Mitglieder des DR 5 Offiziers-Veteranenvereins waren, GM Moritz Götz hingegen schon. Irgendein Zwist könnte der Grund dazu gewesen sein.

 

Orden der Eisernen Krone III. Klasse

Militärverdienstkreuz III. Klasse

 

Sohn Max GÖTZ:

Militärverdienstkreuz III. Klasse

Silberne Militärverdienstmedaille

 

Galerie unten:

1. "Pettauer Zeitung", 31./3. 1895, Todesanzeige für Vater Thomas, aus der die Familienverhältnisse hervorgehen.

2. Grabmal St. Leonhard, Graz, Vater Emmerich und Sohn Max.

3. Vater Emmerich und Sohn Max (Indizien).